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Pferdegestützte Pädagogik und Therapie

Dank der Unterstützung durch die Katarina Witt Stiftung können wir 50 Einheiten Pferdegestützte Pädagogik und Therapie als Einzelfallhilfe für ein besonders benachteiligtes Kind und dessen Familie umsetzen.
Im Folgenden informieren wir über diese zielführende Methode.

» Allgemeine Projektbeschreibung

Dieses Projekt wendet sich an Kinder, die auf Grund ihrer Verhaltensbesonderheiten mit Ansprache und verbaler Kommunikation nicht erreicht werden können und ausgeprägte Kommunikationsblockaden eine angemessene Förderung und Forderung verhindern. Zugleich werden die Familien bzw. Pflegefamilien oder andere Bezugssysteme (z. B. Wohngemeinschaften) in das Projekt einbezogen, um auch die Ursachen solchen Verhaltens positiv und nachhaltig zu verändern. Das Projekt richtet sich also an keine Gruppe oder große Kinderzahl, viemehr soll es den sogenannten hoffnungslosen Fällen in der Einzelfallarbeit eine Chance eröffnen. Aus unserer Sicht gibt es keine hoffnungslosen Fälle, wohl aber Kinder, die nicht entsprechend ihrer Bedarfslagen gefördert werden können. Kinder mit sogenannten sozioemotionalen Störungen gehören zu diesem besonders benachteiligten Personenkreis, häufig scheitern die üblichen Hilfesysteme (Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendhilfe) und in der öffentlichen Wahrnehmung werden diese Kinder überwiegend ausgegrenzt, genießen kaum gesellschaftliche Solidarität und/oder zivilgesellschaftliche Unterstützung.

Pferdegestützte Pädagogik ist eine Arbeitsweise, die Menschen durch den Mittler „Pferd“ ganzheitlich unterstützt und fördert. Besonders wirksam ist sie für Kinder und deren Bezugssysteme, wenn übliche Hilfen nicht zum erwünschten Erfolg führen und/oder massive Kommunikationsblockaden bestehen. Die Anziehungskraft, die von Pferden auf Menschen, besonders auf Kinder, ausgeht, bietet eine hohe Motivation (Aufforderungscharakter) mit ihm zu „arbeiten“. Zugleich erzeugt das Tier auf Grund seiner Erscheinung Respekt (Wertschätzung). Das Pferd als Mittel zum Zweck löst in der Regel unmittelbar Grundvoraussetzungen einer konstruktiven Kommunikation aus, nämlich Motivation, Respekt und Wertschätzung. Ein ausgebildetes Therapiepferd nimmt den Menschen zudem vorurteilsfrei an und schenkt ihm bedingungslose Aufmerksamkeit.

Die Arbeit erfolgt in einem pädagogischen Dreieck (Pferd – Fachkraft - Kind / mit Sorgeberechtigten), indem die Fachkraft „über“ das Pferd mit dem Kind kommuniziert. Darin steckt die große Chance der Pferdegestützten Pädagogik - heraus aus dem MENSCH-MENSCH-KONTAKT, hin zum MENSCH-TIER-KONTAKT. Probleme, die im MENSCH-MENSCH- KONTAKT aussichtslos erscheinen, können im MENSCH-TIER-KONTAKT bearbeitet werden, gesunden und auf den MENSCH-MENSCH-KONTAKT übertragen werden.

Die Handlungskompetenzen der Kinder können damit wirksam gefördert und verbessert werden, was sich in aller Regel positiv auf die Verhaltens- und Entwicklungsmöglichkeiten auswirkt.

Zur Förderung werden alle Möglichkeiten, die das Pferd und sein Umfeld bieten, gleichwertig genutzt. Diese Methodenvielfalt ermöglicht eine indiviuelle und zielorientiert zugeschnittene Hilfe.

Alle Methoden - mit, auf und um das Pferd herum - haben das ZIEL, DEN MENSCH-MENSCH-KONTAKT ZU VERBESSERN UND DIE LEBENSQUALITÄT ALLER FAMILIENMITGLIEDER ZU ERHÖHEN. Denn ein Kind kann nur so gut sein wie sein Bezugssystem.
Da das Projekt im Sinne der systemisch-lösungsorientierten Arbeit neben dem „Symptomträger“ auch dessen Familie/Umfeld einbezieht, können schwerste Kommunikations- und Bindungsstörungen konstruktiv bearbeitet werden.

Besonders angezeigt ist die Hilfe für folgende konkretisierte Zielgruppe:

  • Kinder mit Bindungs- und sozioemotionalen Störungen
  • Kinder aus Familien mit massiven Kommunikations- und Bindungstörungen
  • Kinder mit Essstörungen
  • Pflege- und Adoptivkinder sowie deren Sorgeberechtigte
  • Therapiemüde Kinder und deren Familien
  • behinderte bzw. psychisch gehandicapte Kinder und deren Eltern
  • Kinder mit multiplen Verhaltensauffälligkeiten
  • Kinder aus Familien oder familienähnlichen Systemen mit Gewalterfahrung
  • Kinder aus Familien oder familienähnliche Systeme mit Missbrauchserfahrungen
  • Kinder aus Familien oder familienähnliche Systeme mit der Tendenz zur emotionalen Verwahrlosung
  • entwicklungsverzögerte Kinder und deren Eltern

Pferde sind unverfälschte Spiegel menschlichen Verhaltens im Hier und Jetzt. Insbesondere ausgebildete Therapiepferde nehmen Bewegungen, körperliche Reaktionen und Emotionen äußerst differenziert war. Sie reagieren sofort auf Gefühle und Gedanken ihres Gegenübers. Diese Eigenschaft macht sich das Projekt zu Nutze und arbeitet mit der unmittelbaren und unverfälschten Reaktion des beeindruckenden Tieres auf menschliches Verhalten.

Die Pferdegestützte Pädagogik arbeitet mit dieser Faszination als Motivationsquelle, macht sich die unmittelbare körperlich/emotional positive Erlebnissituation zu Nutze und bezieht sich auf die Kompetenzen, nicht auf die Defizite der Kinder.

Dabei geht es nicht darum im sportlichen oder physiotherapeutischen Sinne Reiten zu lernen, sondern durch eine gemeinsame Aktivität, die sich durch das "Medium Pferd" von allen anderen gemeinsamen Erfahrungen deutlich unterscheidet, die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu schulen, die Kommunikations- und Beziehungsmuster sowie die sozioemotionalen Kompetenzen zu fördern.

Das positive Natur-, Tier-, Körper- und Beziehungserlebnis erzielt auch den Erfolg, dass Bewegung in der Natur sowie Sport, ein bewusster Umgang mit Ernährung und Gesundheitssorge für die Kinder und ihre Familien nach erfolgreicher Beendigung der Hilfe dauerhaft eine zentrale Rolle spielen. Das gelingt quasi nebenbei, weil die Kinder UND die Sorgeberechtigten mit der Erinnerung an die körperliche Erfahrung eine positive Eigenerfahrung und Selbstwirksamkeit verbinden.

» Ziele des Projekts

  • Ermöglichen und Gesundung des Mensch-Mensch-Kontaktes in der Familie als Grundvoraussetzung für eine positive Entwicklung von Kindern
  • Kennenlernen und Entwicklung neuer positiver Beziehungsmuster
  • Ausbau bzw. Wiederherstellen des Urvertrauens
  • Ich - Stärkung / Stärkung des Selbstwertgefühls und Aufbau des Selbstvertrauens durch die unmittelbare und körperliche Erfahrung im Umgang mit dem Pferd und der Bewegung in der Natur
  • Aufbau von positiven Bindungen / Aufbau von Vertrauen
  • Handlungskompetenzen erhöhen
  • Wahrnehmungsförderung, Körperbewusstsein entwickeln, Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen, Freude an Natur, Bewegung und gesunder Lebensweise entwickeln dadurch Lebensfreude spüren / Lebensqualität erhöhen
  • Ganzheitliche Förderung, Entwicklung sozialer Kompetenzen, psychomotorische Förderung => Eröffnung nachhaltiger Bildungs- und Lebensperspektiven das Kind

» Die Akteure

Steffi Endres ist Erzieherin, Heilpädagogin und hat die Ausbildung zur pferdegestützten Pädagogik und Therapie absolviert. Sie ist Mitarbeiterin in unserem ambulanten Team für Erziehungshilfen und realisiert darüber hinaus die unmittelbare Umsetzung des Projektes.

Joy ist das ausgebildete Therapiepferd von Steffi Endres.

P., sein kleiner Bruder, seine Mutter und deren Lebenspartner sind eine Familie, die diese Hilfe für kurze Zeit in Anspruch nehmen konnte, leider hat der Allgemeine Sozialdienst nach der 7. Sitzung seine Beauftragung zurückgezogen. Einer Idee der Mutter folgend, konnte die Arbeit nach erfolgreicher Beantragung einer Förderung durch die Katarina-Witt-Stiftung wieder augenommen werden.

Gefördert von

Standort u. Kontakt

Ansprechpartnerin


Ina Hertenberger
Bereichsleiterin Erziehungshilfe


Stefanie Endres
Therapeutin

Adresse
04347 Leipzig (Ost/Nordost)
Scheumannstraße 4

Standort auf der Karte anzeigen

Telefon
0341 – 90 23 809
Fax
0341 – 90 23 810
E-Mail
Die Pferdegestützte Pädagogik und Therapie wird umgesetzt in
04769 Sornzig/Ablass
Ablasser Straße 17